Einführung von Facebook „Stories“

Facebook hat „Facebook Stories“ gelauncht. Über die entsprechende Website und das dazugehörige Profil veröffentlicht das Netzwerk jeden Monat eine Story, die sich um einen Facebook-User dreht. Natürlich ist dieser Nutzer nicht irgendwer. Seine Geschichte ist rührend, besonders und packend. Und vor allem betont sie die Key-Features von Facebook: Menschen verbinden und Lebensgeschichten erzählen. Im August ist das die Geschichte eines Inders, der auf Grund einer Hirnhautentzündung sein Gedächtnis verlor und mit Hilfe von Facebook sich selbst wieder kennenlernte – ein weiteres fragliches Projekt von Facebook.

 

Facebook ist dazu gedacht, Menschen schnell und unkompliziert miteinander in Kontakt treten zu lassen. Facebook ist eine Kommunikationsplattform. Und Facebook ist spätestens seit Einführung der Timeline (dt. Chronik) auch der Ort, an dem jeder Mensch seine Lebensgeschichte erzählen kann. Von der Geburt über die Schulzeit bis hin zum Studium und Berufsleben kann man alle Stationen des Lebens festhalten – und mit Personen verknüpfen, wenn man das möchte.

Facebook nimmt gerade den letzten Punkt mittlerweile sehr ernst. Und dementsprechend ist es nur folgerichtig, dass jetzt Facebook „Stories“ gelauncht wurde. Über die Website und das dazugehörige Profil veröffentlicht das Netzwerk jeden Monat eine Story, die sich um einen seiner User dreht. Natürlich ist dieser Nutzer nicht irgendwer. Seine Geschichte ist rührend, besonders und packend. Und vor allem betont sie die Key-Features von Facebook: Menschen verbinden und Lebensgeschichten erzählen.

„This month, we’re highlighting stories about memories. Recently, we met Mayank Sharma, a 29-year-old man from New Delhi, India, whose entire memory was lost after he contracted tubercular meningitis. As he recovered, Sharma used Facebook’s People You May Know feature to help piece together the time he lost and was overwhelmed by the response. The connections he developed sent him notes and mementos to help him recover some sense of the life he had led. Though Mayank’s memory hasn’t returned – doctors are baffled as to why the damage was so great – these contributions proved to be valuable breadcrumbs for getting his life back on track.“

 

 

Aus strategischer Sicht ist das eine runde Sache. Facebook präsentiert sich sympathisch, hilfreich und menschlich. Das Netzwerk wird in den Geschichten zum tatsächlichen Mittelpunkt des Lebens der Protagonisten. Mayank Sharma hätte seine Familie und seine Freunde durch den absoluten Verlust seines Gedächtnisses nie wieder gefunden, hätte es nicht Facebook gegeben. Er hat – so die Geschichte – praktisch erst durch Facebook wieder werden können, wer er vor seiner Krankheit war. Eine andere Geschichte aus dem Umfeld „Remebering“ spielt in Guelph, Ontario, einer Kanadischen Stadt mit ca. 120.000 Einwohnern, 100km südwestlich von Toronto gelegen. Sie dreht sich um die Rettung eines für die Stadt bedeutenden Gebäudes: des Petrie Buildings.

„If Guelph (pronounced gwelf) were a larger city or the Petrie a larger building, there might be cable news stories, op-eds in national newspapers, picketing community groups decrying the Petrie’s condition in front of its cast-iron facade. But the Petrie isn’t getting any of that attention (…). It just has Knight’s Facebook group, ,Save the Petrie Building‘, and the few hundred members who share his passion for preserving this piece of Guelph’s collective memory. Built as a drugstore in 1882, the Petrie Building was the capstone to the career of A.B. Petrie, a local druggist, industrialist, inventor and Mason. Petrie sold the building shortly before his death in 1921. Since then, it has passed through a series of owners, all of whom lacked either the motivation or resources to maintain any more than the building’s ground floor. (…) Knight says the danger to the Petrie comes from a something called ,demolition by neglect.‘ If a building inspector were to examine the structure and find it in a hazardous condition, they could slap on the designation and order the building destroyed.“

Hier ist es also allein die Facebook-Gruppe, die Hoffnung verspricht, das Gebäude mit Hilfe von Spendern zu retten. Insgesamt macht allerdings die vollkommen unkritische und allzu positive Erzählweise der Geschichten stutzig. Nicht, dass man gleich in vollkommene Paranoia verfallen und annehmen muss, das alles sei frei erfunden. Aber insgesamt wirken die Stories doch zu rund und vor allem zu rührselig, als dass sie gänzlich unhinterfragt bleiben sollten. Spannend wird sein, wie groß das Interesse und die Aufmerksamkeit für die Geschichten sein wird – bisher halten sich die Likes noch in Grenzen (zw. 300 und 600). Und natürlich, welche Themenkomplexe sie zukünftig bedienen werden. Wir bleiben auf jeden Fall dran …

 

 

 

lg

Bildquellen: m.gifford (flickr.com) unter cc by-sa 2.0; Screenshot aus dem Film von Facebook Stories, all rights reserved.

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