Data Dealer – der Spaß mit dem Datenschutz

Die Welt beherrschen? Okay, gute Idee. Aber wie? Mit Data Dealer wird der Traum jetzt zumindest virtuell wahr. Ein paar Wiener haben vor kurzem ein Online-Spiel entwickelt, das das Problem des Datenschutzes auf sehr eingängige Weise aufgreift. Zielgruppe sind sowohl Erwachsene als auch Jugendliche. Es stellt den Spieler nicht auf Seiten derjenigen, die ihre persönlichen Daten schützen wollen. Ganz im Gegenteil beginnt selbst als kleiner Datenhai, der durch gute Trades seinen Marktwert steigern und zum Daten-Mogul aufsteigen kann. Es geht in dem Spiel also um eine Perspektivenübernahme. Plötzlich begreift man, wie wichtig die eigenen persönlichen Informationen für Dritte sein können.

„In Data Dealer schlüpfen die Spieler in die Rolle von Daten-Händlern und bauen durch geschickten Handel mit persönlichen Informationen ihr Vermögen auf. Sie bedienen sich legaler wie dubioser Quellen, besorgen sich pikante Informationen vom Daten-Schwarzmarkt und betreiben Gewinnspiele und Telefonumfragen, Internet-Partnerbörsen, Online-Psychotests und schließlich das eigene Social Web. Nach und nach erfassen sie so die gesamte Bevölkerung in ihrer Datenbank. Gemeinsam mit befreundeten Dealern bauen sie mächtige Daten-Imperien auf und wehren sich kaltblütig gegen Image-Störfaktoren wie Bürgerinitiativen, kritische Medien oder lästige Datenschutz-Beauftragte. Dass es dabei nicht immer ganz sauber zugeht, versteht sich von selbst.“

Man begreift, dass die persönlichen Daten weit über das hinaus gehen, was man als personenbezogene Daten bezeichnet. Nicht nur Alter und Kontaktdaten zählen dazu. Viel wichtiger sind meistens erst die weiteren Informationen: sexuelle Vorlieben, Versicherungsdaten, Einkaufsgewohnheiten. Es geht also an Eingemachte. Außerdem merkt man beim Spielen, dass nicht nur die häufig thematisierten Sozialen Netzwerke Daten sammeln und zu Werbezwecken nutzen. Über alle Mobilfunk-Kanäle und simple BonusCards geben wir persönliche Informationen preis. Vor diesem Hintergrund ist die Anlegung des Spiels an „populäre Facebook-Hits wie Mafia Wars, Farmville oder Cityville“ ironisch zu verstehen.

Trotz der an sich sehr netten Idee bleibt natürlich die Frage, ob die Herangehensweise dieses Spiels eine gute Idee ist. Sicher, es ist ein Spaß. Aber ob die Perspektivenübernahme wirklich so bewusst funktioniert, ist eine andere Frage. Genau deshalb, weil es eben nur ein Spaß ist. Wenn ich mich mit der Rolle des Datenhais identifiziere, kann ich dann noch abstrahiert reflektieren, was das im Umkehrschluss für mich bedeutet? Ist es wirklich möglich, Spiel und Realität so differenziert voneinander zu unterscheiden, dass das Spiel seine grundsätzlich richtige Botschaft vermitteln kann? Die – sicher teilweise auch undifferenziert geführte – Debatte über die Wirkung von Computerspielen lässt zumindest den Schluss zu, dass dies nicht allen Spielern zu gelingen scheint.

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lg

Bildquelle: http://www.datadealer.net/presse (alle Rechte bei Data Dealer)

Comments
One Response to “Data Dealer – der Spaß mit dem Datenschutz”
  1. hey your blog design is very nice, clean and fresh and with updated content, make people feel peace and I always like browsing your site.

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