Kein Facebook, kein Job (Teil II)

48 Stunden. So lange bin ich wieder bei Facebook. Und irgendwie ist trotzdem alles genau wie vorher. War es Quatsch auszusteigen? Oder ist es vielleicht einfach egal, ob man bei Facebook ist, oder nicht?

 

Was ist neu?

Nein. Ganz bestimmt nicht. Es ist nur fast genau so. Erstmal finde ich es spannend, wieder drin zu sein. Denn seit ich raus war, hat sich viel verändert. Es gibt eine Timeline, die ich bisher nicht selbst ausprobiert habe. Jetzt erscheint plötzlich jeder Like, jedes Foto, jeder Post, … einfach alles auf meiner Pinnwand, die jetzt Chronik heißt. Das macht zwar inhaltlich erstmal keinen Unterschied, wenn man genauer hinschaut aber doch. Denn ich bin plötzlich damit beschäftigt, dauernd irgendwelche Sachen aus meiner Chronik zu löschen.

Als nächstes stelle ich fest, dass es viel einfacher geworden ist, „Freunde“ hinzuzufügen. Ganz früher, in grauer Vorzeit – vor ca. zwei bis drei Jahren – musste man noch einen Sicherheits-Code eingeben, um eine Anfrage verschicken zu können. „Möchten Sie XY hinzufügen? Bestätigen Sie Ihre Eingabe mit folgendem Code: inkon meekness“. Danach ging das ganze schon durch mehrfaches Klicken auf „Bestätigen“. Heute klickt man einfach nur noch auf „FreundIn hinzufügen“. Ende. Freunde finden war noch nie so einfach. Toll. Danach plingt mein Handy geschätzte fünf bis zehn Mal in der Stunde. Meine Anfragen werden bestätigt. Naja, da muss man am Anfang wohl durch.

 

Aha, du schon wieder!

Auf die Bestätigungen meiner Anfragen folgen die Reaktionen auf meinen Wiedereintritt. Viele freuen sich. Die meisten wundern sich allerdings. Ich muss also ziemlich oft erklären, wieso ich meinen Austritt nach zehn Monaten wieder rückgängig gemacht habe. Mein Grund ist wenigstens stichhaltig. Es waren nicht die Entzugserscheinungen, sondern eine Vernunftentscheidung. Oder mache ich mir das selbst nur vor? Nein. Aber sagen wir so: Als ich es nicht hatte, hat es mir – ehrlich – null gefehlt. Jetzt, wo ich es wieder habe, ist es nett, wieder dabei zu sein.

Insgesamt erinnert man sich an mich. Und nimmt mich wieder auf in den „Club der Leichtsinnigen“, wie eine Freundin schreibt. Manche von den Menschen hatte ich ja in letzter Zeit tatsächlich auch noch im echten Leben gesehen, das hilft auf jeden Fall. Was ich aber merke: Aller Anfang ist vor allem zeitraubend. Nicht, dass ich die Seite ständig aufrufen würde, aber insgesamt gibt es einfach viel zu viel zu sehen. Alles glitzert so schön neu.

 

Gut und Böse

Positiv fällt mir auf, dass man jetzt im Facebook-Chat Dateien versenden kann. Das ging früher nicht. Wow! Nein, im Ernst, das ist eine gute Sache, wie ich finde. Sehr praktisch. Und es unterstreicht die These, dass Facebook immer weiter daran arbeitet, die Funktionen anderer Anbieter in seine Welt zu integrieren. Wirklich spannend ist diese Strategie nicht. Aber den Erfolg kann man ihr bislang schlecht absprechen.

Was mich dagegen extrem ärgert, ist das ewige Datensammeln – hintenrum, versteht sich. Ein Beispiel: Dieser Blog hat eine Page auf Facebook. Wir möchten, dass unsere Beiträge automatisch auch auf dieser Seite gepostet werden. WordPress und Facebook lassen das zu. Allerdings kann man die Verknüpfung eines WordPress-Blogs mit Facebook nur dann herstellen, wenn man eine Fanpage (klar) und ein persönliches Profil hat. Denn das einfache Verknüpfen von WordPress mit der Fanpage geht nicht. Statt dessen muss man WordPress erst mit einer persönlichen Seite verbinden, dieser persönlichen Seite Administrationsrechte für die Fanpage geben und die Fanpage dann über die persönliche Seite mit WordPress koppeln. Wenn das mal nicht widersinnig ist … Für Facebook und WordPress hat der Umstand allerdings den Vorteil, dass man plötzlich die Betreiber von Blogs persönlich kennt. Das erlöst die Sache von ihrer Widersinnigkeit, macht sie allerdings einfach nur noch perfide.

Nachdem ich meiner Präsenzpflicht jetzt wieder nachkomme, könnt ihr bald in Teil III lesen, was die erste Woche auf Facebook noch bringt.

 

 

 

lg

Comments
2 Responses to “Kein Facebook, kein Job (Teil II)”
  1. Markus sagt:

    Sehr schön geschrieben. Bin durch Zufall hier gelandet, aber mir gefällt der Schreibstil. Weiter so!

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